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Allgemeine Informationen über Ziegen sind im Netz bereits gut zu finden, deshalb möchte ich mich auf grundsätzliche Überlegungen beim Kauf einer Ziege beschränken. Was braucht eine Ziege zum Leben?Ziegen sind auf der einen Seite recht anspruchslose Tiere, sie fressen auch Laub, Rinde und sog. Unkräuter. Auf der anderen Seite sind sie sehr anspruchsvoll, was die Zusammenstellung des Speisezettels angeht. So ist z.B. eine reine Grasweide für Ziegen nicht nur reizlos, sondern erwiesenermaßen gesundheitsschädlich, da Ziegen für die Erhaltung ihrer Gesundheit verschiedenste Kräuter, Pflanzen und auch Baumbestandteile fressen und benötigen und bei erzwungener "reiner" Bodenäsung sehr parasitenanfällig werden. Daher eignen sich eher "verwilderte" Grundstücke mit einer hohen Artenvielfalt an Pflanzen gut für Ziegen. Je "schwieriger" ein Gelände ist (steile Hänge, Mauerreste, aufgegebene Weingärten, etc.), umso beliebter bei Ziegen. Nicht geeignet für Ziegen sind feuchte, sumpfige Wiesen. Als Winterfutter benötigen Ziegen gutes, raufaser- und kräuterreiches Heu. Kraftfutter (z.B. gequetschter Hafer, Wildtierfutter, Heupellets, etc.) ist nur an kalten Tagen oder bei höherer Belastung (Milchleistung, Zug- oder Tragtiereinsatz, Trächtigkeit) nötig, wobei ein mit Heu gefüllter Pansen noch immer die beste "Heizung" einer Ziege ist. Mineralfutter und ein Salzleckstein (wir bevorzugen sog. Steinsalz) müssen das gesamtes Jahr über gefüttert werden bzw. zur Verfügung stehen. Entsprechende Mineralfuttermischungen gibt es im Handel, speziell für Ziegen abgestimmte Mischungen, auch in Kleinmengen erhalten Sie z.B. bei der Firma Sinta. Im Winter kann die Heu-Ration mit Zweigen von Nadelhölzern aufgefrischt werden. Ein Telefonat mit dem örtlichen Forstamt klärt, wo gerade Bäume geschlagen werden und die abgeschlagenen Äste zur Verfügung stehen. Wasser muss immer frisch und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Tränken und Eimer sollten mindestens einmal, besser zweimal täglich kontrolliert werden.
Wichtig ist, dass die Ziegen darin trocken und windgeschützt stehen können, wobei an heißen Sommertagen eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet sein muss. Ideen, wie so eine Weidehütten aussehen kann, finden Sie unter dem Link "Bilder". Für die Winterzeit sollte ein fester Stall zur Verfügung stehen, der gut mit Stroh oder anderer Einstreu (Sägespäne, Leinstroh) eingestreut wird. Meist wird über die Winterzeit eine sog. Matratze angelegt d.h., über die nassen und unansehnlichen Stellen im Stall wird regelmäßig frisches Stroh übergestreut. Die so entstandene Strohmatratze wird dann im beginnenden Frühjahr komplett ausgemistet und der Stallboden mit Kalk abgestreut (gegen Eier und Larven von Darmparasiten). Bei einer Matrazenhaltung muss beachtet werden, dass sich durch die Zersetzung des mit Urin getränkten Strohs das Atemgift Ammoniak bildet. Ammoniak ist ein bodenschweres Gas, das max. bis in Höhen von 20 cm aufsteigt. Wenn für unsere Nase in ca. 1,70 m Höhe die Luft angenehm riecht, muss das in Bodennähe nicht genauso sein. Ziegen, die zum wiederkäuen niederliegen oder vom Boden gefüttert werden, atmen den Ammoniak ein und schädigen damit ihre Lungen. Ammoniak wirkt außerdem zersetzend auf Horn und kann die Qualität der Klauen beeinträchtigen. Wenn Sie sog. Brandkalk (ungelöschten Kalk) verwenden, der mit Wasser angerührt wird, dürfen Ihre Ziegen erst nach einigen Tagen und nach dem Einbringen einer neuen Einstreu wieder in den Stall, da die entstehende Säure Klauen und Mäuler böse verätzen kann. Zur Vermeidung von unangenehmen Gerüchen während der Stallperiode können Sie mit sog. Ammoniakkillern arbeiten, dies sind Mikro-Organismen, die die Harnsäure zersetzen, bevor sie zu dem Atemreizgas Ammoniak zerfallen kann. Hierbei finden Verwendung: Brottrunk der Fa. Kanne, Effektive Mikroorganismen, Ammodeen-Pulver der Fa. A-Equine, u.a. Ziegen sind begeisterte und begabte Kletterer. Sie freuen sich also über jede Gelegenheit, sich über den Alltag zu erheben. Für Zwergziegen kann man mit den Wurzeln alter Bäume Klettergelegenheiten bauen, grössere Ziegen bevorzugen eine grössere "Herausforderung". Stabile, nicht einsturzgefährdete Konstruktionen können aus alten Deckenbalken, Bauschutt-Haufen, die mit Zement "stabilisiert" werden, grosse Felsbrocken, stabilen, alten Türen mit aufgeschraubten Querlatten, etc. bestehen. Diese Klettermöglichkeiten sind auf der einen Seite wichtig für den Spiel- und Bewegungstrieb der Ziegen, andererseits sind sie bei der Erhaltung der Rangordnung einer Herde (und damit dem ruhigen Zusammenleben) sehr wichtig. Ranghohe Tiere stehen oben, womit sie nicht nur ihre Position in der Herde demonstrieren sondern auch eine wichtige Funktion als "Wachposten" der Herde in Ruhezeiten übernehmen. So findet man oft eine einzelne Ziege auf einem erhöhten Punkt, während der Rest der Herde ruhend wiederkäut. Ziegen sind Herdentiere. Eine Ziege als Einzeltier zu halten, grenzt an Tierquälerei. Mindestens zwei Ziegen sollten es schon sein. Wenn Sie in's Ziegentrekking oder Ziegenfahren einsteigen wollen, bietet es sich sowieso an, mehrere Tiere zu halten. Ziegen sind neugierig. Zäunen Sie die Weide sicher ein. Mögliche Einzäunungen sind:
Kalkulieren Sie ein, dass Ziegen die Lücke in JEDEM Zaun finden und dass sie gute Springer bzw. Kletterer sind. Legen Sie daher die Klettermöglichkeiten nicht in Zaunnähe an und kontrollieren Sie den Zaun einmal täglich auf "Ausstiegsmöglichkeiten". Die als "Tüdern" bekannte, noch immer praktizierte Form der Anbindehaltung verbietet sich bei einer Ziege, die sich durch freie Bewegung selbst konditionieren soll, fast von selbst. Tüdern oder High-Linen (anbinden an hoch gespanntem Seil) sollte jedoch für die Übernachtung bei Trekkingtouren mit den Tieren geübt werden, als Dauerlösung ist es jedoch NICHT zu empfehlen. Schliessen Sie eine Haftpflichtversicherung für Ihre Ziege mit ausreichender Deckung ab. Manche Versicherungen nehmen Ziegen noch als "kleine Haustiere" in der Privathaftpflicht auf, ansonsten können Sie sich an eine Versicherung wenden, die sich auf den landwirtschaftlichen Sektor spezialisiert hat. |



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