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Wie man eine Ziege sattelt und belädt!

Auf dieser Seite stelle ich eine Fotoserie zum satteln und beladen vor. Leider ist Budy nur wenige Tage nach entstehen dieser Bilder als Folge eines Unfalls eingegangen. Wir vermissen ihn sehr!

Aufgrund unseren Erfahrungen seit Entstehen dieser Fotoserie müssen wir einige Kommentare überarbeiten.

Als Satteldecke verwenden wir eine ausgediente Armee-Decke, die mehrfach gefaltet wird, bis sie die nötige Grösse erreicht. Beim Falten muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich keine Falten bilden, die später Druckstellen verursachen können. Die Sattelunterlage muss gross genug sein, um als Unterlage von Sattel UND Packtaschen zu fungieren. Weder Sattel noch Packtaschen dürfen direkt mit dem Fell in Kontakt kommen.

Wir haben mittlerweile bessere Erfahrungen mit speziellen Pads für Ziegenpacksättel gemacht (bessere Polstereigenschafen und Passform).

Als Halfter kommt ein Halti zum Einsatz, Grösse passend für Hunde über 35 kg (z.B. Rottweiler). Um ein verrutschen des Genickriemens zu verhindern, rüstet man das Halti am besten mit einem Stirnriemen (z.B. aus dünnem Leder) nach. Um dasZusammenziehen des Nasenriemens, das einen vollständig falschen Erziehungsreiz an die Ziege übermitteln würde, zu verhindern, schnallen Sie bitte den Haken des Führstricks/der Führleine durch BEIDE Ringe des Haltis.

 

Der Sattel wird aufgelegt. Prüfen Sie vor dem Anlegen des Sattelgurts, ob dieser glatt anliegt. Schnallen am Sattelgurt sollten ebenfalls noch von der Sattelunterlage abgedeckt werden.

Überprüfen Sie, ob der Sattel richtig liegt:

- ca. 4 cm hinter dem Schulterblatt

- der Sattelgurt soll ca. 6 cm hinter dem Ellbogengelenk liegen

Der Sattelgurt ist angezogen. Bitte legen Sie immer als ERSTES den Sattelgurt an, bevor sie weitere Riemen am Sattel schliessen. Sollte die Ziege beim Satteln nicht stillstehen, liegt zumindest der Sattel rutschfest auf dem Rücken.

Nun ist auch der Brustriemen geschlossen.Ziehen Sie diesen so straff, dass er glatt an der Brust anliegt, ohne die Luftröhre abzuschneiden oder nach unten in Richtung Buggelenk zu rutschen. Es sollten noch 2-3 Finger bequem zwischen Gurt und Ziege passen.

Der Hintergurt soll den Sattel am Rutschen beim Bergabsteigen hindern. Er soll so eng verschnallt unter dem Sitzbeinhöcker liegen, dass er nicht schlabbert aber auch nicht reibt.

Bevor Sie den Sattelgurt endgültig festziehen und die Packtaschen aufladen, achten Sie darauf, dass die Sattelunterlage "gekammert" ist. D.h. Sie ziehen die Unterlage vom Rücken nach oben in Richtung Sattelkreuz. Tun Sie das nicht, entsteht Hitzestau unter der Unterlage und es kann sich Satteldruck bilden. Bei einer gekammerten Unterlage kann die Luft im entstandenen Kanal zirkulieren.

Hängen Sie nun die Packtaschen ein. Am besten nehmen Sie sich hier eine zweite Person zur Hilfe, die gleichzeitig die zweite Satteltasche einhängt. Falls Sie erst eine und dann die zweite Packtasche einhängen, kann sich durch das Gewicht der ersten Tasche der Sattel seitlich verschieben.

Sind Sie allein, legen Sie sich die zweite Packtasche in Position auf die von Ihnen abgewandte Seite der Ziege und stützen die erste Tasche mit dem Knie ab, bis Sie die zweite Packtasche eingehängt haben.

Hier hängen nun beide Packtaschen am Sattel.

Sollte Ihr Sattel und Ihre Packtaschen entsprechend ausgerüstet sein, schliessen Sie die Schnalle am hinteren Ende der Packtaschen, die diese am Hintergurt befestigt. Mit dieser kleinen Vorrichtung sichern Sie die Packtaschen gegen Vorrutschen beim Bergab-gehen. Die hier verwendeten Taschen und der Sattel sind aufeinander abgestimmt und wurden von Oywhee Packgoat, USA hergestellt.

Die Ziege ist gesattelt und beladen.Prüfen Sie nochmals die Festigkeit des Sattelgurts. Dieser kann durch das Beladen wieder Spiel bekommen haben. Ziehen Sie notfalls nochmals nach.

 

Eine Nah-Aufnahme vom Halti. Wir verwenden für die grossen Böcke Haltis in der Grösse für Rottweiler, etc., für die Ziegen und jüngeren Böcke Haltis in der Größe für Dalmatiner, Retriever, etc.

Falsch: Hier noch eine Detailaufnahme von der Unterseite. Die verwendeten Packtaschen haben zwei weitere Gurte, die unter dem Bauch der Ziege verschlossen werden. Auch diese sorgen für besseren Halt der Packtaschen. Achten Sie bei der Verwendung solcher Gurte darauf, dass diese nahe am Körper anliegen (max. 1 Handbreit Spiel), da sich bei zu tief hängenden Gurten Äste und ähnliches verfangen können.

Richtig: Diese Gurte haben wir falsch verschnallt, sie werden über dem Rücken der Ziege geschlossen und halten die Packtaschen vom Ziegenkörper weg.

Nun noch das Halfter anlegen und los geht's.

Falsch: Leider ist mir erst beim Betrachten der Fotos aufgefallen, dass der Hintergurt zu hoch sitzt. Die ideale Position ist in der Kniekehle (s. Pfeil). Der Hintergurt sollte lockerer sitzen als der Brustriemen. Beobachten Sie Ihre Ziege. Falls sie komisch läuft, verändern Sie den Sitz des Hintergurts.

 

Richtig: Der Hintergurt sitzt korrekt!

Man sieht hier sehr gut, dass der Genickriemen des Haltis zu tief gerutscht ist. Ein Stirnriemen verhindert das.

Mit Leckerchen üben Sie das zügige Folgen der Ziege. Dies ist meist nach wenigen Wiederholungen eine leichte Übung.

Und schon bald wird auch Ihre Ziege Ihnen so willig auch ohne Leine folgen.

Beim Entladen und Absatteln gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor. Erst die Packtaschen herunternehmen (wieder möglichst gleichzeitig), dann den Brustriemen lösen, danach den Sattelgurt öffnen und den Sattel von der Ziege heben. Untersuchen Sie nun den Rücken auf verfilzte oder abgebrochene Haare, druckempfindliche oder wärmere Stellen. Kontrollieren Sie ebenfalls die Gurtlage (des Sattelgurts), vor allem im Bereich hinter den Ellbogen. Hier ist die Haut sehr dünn und es kann sich durch Reibung leicht eine wunde Stelle bilden. Auch auf wunde Stellen am Sitzbeinhöcker und an der Brust durch Hinterriemen und/oder Brustriemen müssen Sie achten.

 

 

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