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Ziegen als Zugtiere

Schon der germanische Donnergott Thor spannte vor seinen Streitwagen zwei Ziegenböcke.

In den meisten Fällen wird der Einsatz eines kastrierten Bockes als Arbeitsziege empfohlen. Böcke werden um einiges grösser als Ziegen und sind daher kräftiger, wobei auch eine weibliche Ziege eine ihr angepasste Last ziehen bzw. tragen kann. Werden Böcke eingesetzt, empfiehlt es sich, diese zu kastrieren, da damit einmal der starke Bockgeruch und auch das geschlechtstypische Verhalten der Böcke, dass einen Einsatz als Arbeitstier erschweren kann, vermieden werden.

Während hier in Deutschland Ziegen vor einem Wagen fast nur noch auf bäuerlichen Umzügen zu sehen sind, existiert in England die "Harness Goat Society", gegründet 1897, um den korrekten Umgang mit den Ziegen, die zur damaligen Zeit kleine Karren entlang der Strandpromenaden zogen, zu gewährleisten. Bis heute richtet die Harness Goat Society Fahrturniere für Ziegen aus und hilft mit Rat und Tat bei der Ausbildung und Haltung einer arbeitenden Ziege.
Eine Ziege sollte nicht mehr als das 1 1/2fache ihres eigenen Gewichtes ziehen. Daher gibt es zwei Möglichkeiten, mit einer Ziegen vor einem Wagen zu arbeiten:

- gefahren: mit dem Menschen im Wagen bzw. auf dem Kutschbock.

- geführt: die Ziege zieht einen Wagen mit Beladung, der Mensch geht nebenher und führt die Ziege oder geht hinter dem Wagen und fährt die Ziege vom Boden aus.

 

Jede Ziege, die als Arbeitstier eingesetzt wird, benötigt eine gute und solide Grundausbildung. Erst, wenn sie diese erfolgreich durchlaufen hat, kann mit dem eigentlichen Fahr- oder Packtraining begonnen werden.

Denken Sie daran, eine Ziege als Zugtier leistet Arbeit. Sie muss daher entsprechend gefüttert und gepflegt werden:

- passen Sie die Futterration dem Allgemeinzustand der Ziege an. Eine Fahrziege darf durchaus eine tägliche Ration Zusatzfutter erhalten, wenn sie regelmässig und mehrmals die Woche arbeitet.

ACHTUNG! Kastrierte Ziegenböcke neigen zur Bildung von Blasensteinen, daher sollten gewisse Dinge bei der Fütterung beachtet werden!

- kontrollieren Sie den Körper der Ziege auf evtl. Druck- oder Scheuerstellen durch das Geschirr oder Halfter. Beim Auftreten solcher Stellen ist mit der Arbeit bis zum Abheilen der Wunden auszusetzen. Auch sollten Sie das Geschirr auf seine Passform erneut kontrollieren.

- halten Sie die Klauen in einem guten Zustand. Regelmässiges Klauenschneiden sollte - gerade bei Arbeitsziegen - obligatorisch sein.

- halten Sie Ihre Ziege in einer guten Kondition. Sie können einer Ziege, die wochen- oder gar monatelang keine Arbeit geleistet hat, keinen Tagesmarsch abverlangen. Hier muss wieder mit kleinen Trainingseinheiten begonnen werden. Blutwerte und andere physiologische Daten von Ziegen finden Sie hier.

- Ziegen, die gleichzeitig Jungtiere säugen, werden doppelt belastet. Daher ist die Anforderung an die Zugleistung solange zurückzuschrauben, bis die Jungtiere abgesetzt sind. Hat die Ziege ein grosses Euter, ist in dieser Zeit sogar ganz von einem Arbeitsabsatz abzusehen (Verletzungsgefahr des Euters).

 

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